Mainzaaaaaa
Unfassbar: Meine #Mainzaaaa stehen im Viertelfinale der #Conference League und empfangen - ausgerechnet - die Mannschaft aus Straßburg. Da passiert so viel in meinem Kopf…
Ich hab in Mainz studiert, während der „Mainzer Aufstiegsjahre“ - aber auch in Straßburg. In Mainz bin ich zum 05er geworden, habe mitgelitten, mit hunderten anderen vor dem Theater, als wir am letzten Spieltag 2003 unseren 4:1-Sieg in Braunschweig verfolgt haben und die Frankfurter im Fernduell in der Nachspielzeit noch durch ein 6:3 an uns vorbeigezogen sind. Der Traum vom ersten Aufstieg in die Bundesliga - geplatzt. Die Stille ohrenbetäubend. Und dann im Folgejahr der Jubelsturm. Die große Party. Mit einem heißeren, kaum noch hörbaren Jürgen Klopp auf dem Theaterbalkon. Mit unbändiger Freude in rotweißer Menschenmasse. Ein Traum. Seitdem immer wieder mal kurz Abstiegsängste aber auch das trotzige Motto „Unser Traum lebt“ und „Mainzbleibt1“. Aber auch fantastische Jahre im oberen Drittel der Bundesliga, mit den Bruchweg-Boys, mit tollen Trainern. Und Spiele auf europäischer Bühne.
UEFA-Pokal-Teilnahme in Saison 2005/2006 über Fair-Play-Wertung, dreimal kurz in die Europa League geschnuppert aber jetzt: Conference League! Viertelfinale! Wahnsinn… Und das gegen Straßburg… Ausgerechnet.
An die französische Stadt denke ich im September 2001, als ich in meiner Mainzer Studenten-WG sitze. Ich habe gerade zwei Weisheitszähne entfernt bekommen und packe für mein Auslandsjahr in Straßburg, als die Bilder aus New York mich wie magnetisch am Fernsehbildschirm festhalten. Flugzeuge. New York. Nineeleven. Worldtradecenter. Eine Zäsur. Und ich auf dem Weg in ein anderes Land. Nach Frankreich. Nach Straßburg.
2002 zurück in Mainz. Zweiter verpasster Aufstieg. Ein Jahr vor dem dritten. Und zwei Jahre vor dem endgültigen Aufstieg 2004. Der tragische Thurk. Lange nicht mehr dran gedacht. Das Aufstiegsspiel im Bruchwegstadion hab ich damals verpasst. Ein Aufbruchsjahr. Auch für mich. Das Jahr, in dem es für mich zurück nach Straßburg geht. Studium beendet und dann als freier Mitarbeiter in die Nachrichtenredaktion von Arte.
Mainz und Straßburg. Meine Städte.
Zwei mal Liebe. Aber nur ein Verein. Und dem drücke ich heute wieder so fest die Daumen dass man rot und weiß auf meiner Haut erkennen wird.